Göttin des "Schicksals",
des (glücklichen) Zufalls, der guten und bösen Fügung, die
erhöht und erniedrigt und launenhaft und unberechenbar den Wechsel
der Geschicke herbeiführt. Sie wurde meist mit Füllhorn, Flügeln
und Steuerruder, zum Zeichen ihrer Wandelbarkeit und Unsicherheit ihrer
Gaben auch auf rollender Kugel oder mit Rad dargestellt. Der Glaube an
die alles beherrschende Tyche kam besonders im Hellenismus auf, als der
Glaube an das Wirken der Götter erschüttert oder verloren war,
in den gewaltigen Kämpfen Alexanders des Großen und der Diadochen
die festgefügte Ordnung der Polis auseinandergebrochen war und ein
blindes, vernunftloses Schicksal zu herrschen schien. Einzelne Städte
verehrten die Tyche als Stadtgöttin, z.B. Antiocheia und Alexandreia,
sie erscheint auch als Begleiterin des Menschen durchs Leben.
röm. Fortuna |